Soziale Netzwerke, gefälschte Profile und Love-Scam
Bei sogenanntem Love-Scam oder Romance-Scam, so nennt man es eigentlich im englischsprachigen Raum häufiger, handelt es sich um eine Betrugsmasche. Dabei werden oftmals Singlebörsen genutzt, inzwischen vermehrt auch klassische soziale Netzwerke. Die Betrügenden versuchen dabei den Opfern eine Verliebtheit vorzugaukeln. Ziel der Betrugsmasche ist es im Normalfall sich vom Opfer eine finanzielle Zuwendung zu erschleichen. Anders als bei "Loverboys" kommt es aber beim Love-Scam normalerweise nicht zu einem persönlichen Treffen.
Kriminielle Banden und auch Einzeltäter
Beim Love-Scam sind sowohl kriminelle Banden als auch Einzeltäter am Werk. Diese sind sehr unterschiedlich aktiv, aber zusammenfassend kann man sagen, dass letztlich immer die große Liebe vorgetäuscht wird und eine Person dem Opfer in Österreich anbietet unbedingt hier her ziehen zu wollen um eine gemeinsame Zukunft aufzubauen. Dabei entstehend dann vermeintliche Hindernisse oder Probleme, die finanzielle Kosten verursachen. Beispielsweise argumentiert der Täter gegenüber dem Opfer, dass vorab unbedingt ein Paket mit Wertsachen und Ausweisdokumenten hergeschickt werden müsse um diese Dinge in Sicherheit zu bringen. Da hier aber Gebühren für Zoll und dergleichen anfielen, benötige man vom Opfer per Überweisung eine Unterstützung um das zahlen zu können. (Nach dem Motto, sobald ich bei dir bin, bekommst du das Geld sowieso, ich möchte nur die Wertsachen nicht verkaufen, weil sie mir viel bedeuten).
Polizei-Nachrichten rund um Love-Scam
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Online-Werbung SalzburgLove-Scam in Salzburg
Polizei Salzburg polizei.gv.at
(06.02.24) Anfang Februar 2024 erstattete eine 71-jährige Salzburgerin über Anraten ihrer Hausbank bei der Polizei die Anzeige, dass sie Opfer eines sogenannten "Love-Scams" geworden sein dürfte. Die Frau hatte Anfang November 2023 mittels Zeitungsannonce, nach einem "niveauvollen Partner für Reisen und Kultur" gesucht, woraufhin sich ein Mann, der vorgab Offizier der US-Armee zu sein, per E-Mail bei ihr meldete. Der Mann spiegelte ihr vor, für eine Sondereinheit der Vereinten Nationen in Syrien zu dienen und dabei im Einsatzgebiet einen Goldfund gemacht zu haben. Diesen wolle er uneigennützig mit der 71-Jährigen teilen und mit ihr zusammen seine im Februar 2024 beginnende Pension in diesem Sinne genießen. Der vermeintliche Offizier stellte der Frau in Aussicht, das Gold als Diplomatenpaket durch einen befreundeten Diplomaten nach Österreich bringen zu wollen. Um die anfallenden Transport- und Lagerkosten des Goldschatzes decken zu können, überwies die Frau dem vermeintlichen Offizier in vier Tranchen insgesamt einen Betrag von etwas über 188.000 Euro. Im Zuge dieser Überweisungen wurde die Frau sowohl von ihrer Hausbank, als auch vom Landeskriminalamt Nordheim-Westfalen, aufgrund der verwendeten deutschen Konten und der damit einhergehenden gesetzlichen Bestimmungen hinsichtlich eines Geldwäscheverdachtes, darauf hingewiesen, dass sie vermutlich Betrüger aufgesessen sei. Die Frau war jedoch vom falschen Offizier im Vorfeld diesbezüglich vorgewarnt worden und bestätigte mittels eines von ihm übermittelten Schreibens, dass die Überweisungen ihre Richtigkeit hätten und das Geld humanitären Zwecken dienen würde. Dadurch wurde das Geld, obwohl es zu diesem Zeitpunkt noch zu sichern gewesen wäre, zur Transkation freigegeben. Da dem vermeintlich in diese Sache involvierten "Diplomaten" aufgrund diverser Aufwendungen durch die Überstellung des "Goldschatzes" ebenso Kosten in der Höhe von knapp über 35.000 Euro angefallen wären, sammelte die 71-jährige Salzburgerin auch noch ihr letztes Erspartes zusammen und versuchte das Geld Ende Jänner 2024 an diesen zu überweisen. Diese Überweisung konnte die Hausbank jedoch unterbinden und die Frau von einer Anzeige bei der Polizei überzeugen, wodurch es dabei letztlich beim Versuch blieb. Die im Zuge der Tat verwendeten Konten wurden unmittelbar nach der Anzeige gesperrt. Die Ermittlungen zu den unbekannten Tätern laufen.
Video auf YouTube (Love-Scam in Salzburg (Salzburg))
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